Kretschmanns letzte große Reise stärkt die Dreiländer-Partnerschaft mit Frankreich und Schweiz
Gretel BirnbaumKretschmanns letzte große Reise stärkt die Dreiländer-Partnerschaft mit Frankreich und Schweiz
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eine Dreiländerreise angetreten, um die Beziehungen zu Frankreich und der Schweiz zu stärken. Im Mittelpunkt der Reise stehen Verteidigung, Technologie und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Sie könnte zugleich einer seiner letzten offiziellen Besuche vor seinem Rückzug 2026 sein.
Kretschmann hat die Beziehungen zu den Nachbarländern stets priorisiert. In fast 15 Jahren Amtszeit besuchte er die Schweiz zehnmal und Frankreich neunmal. Diesmal stehen Treffen mit Politikern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf dem Programm.
Die Reise begann in der französischen Region Grand Est, wo Kretschmann das Europäische Quantenzentrum der Universität Straßburg besuchte. Im Fokus der Gespräche stand die Ausweitung der Zusammenarbeit in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Quantencomputing. Anschließend reiste er zur Gedenkstätte Hartmannswillerkopf im Elsass, um der Opfer des Ersten Weltkriegs zu gedenken – ein Symbol für die gemeinsame Geschichte beider Länder.
Wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen bleiben ein zentrales Thema. Frankreich, das mit Baden-Württemberg eine 180 Kilometer lange Grenze teilt, importierte 2024 Waren im Wert von fast 18 Milliarden Euro aus dem Land. Die Schweiz, zweitwichtigster Handelspartner Baden-Württembergs, verzeichnet täglich rund 60.000 Pendler aus der deutschen Region. Kretschmann betonte, dass eine engere Zusammenarbeit für beide Seiten entscheidend sei, um global wettbewerbsfähig zu bleiben – besonders angesichts geopolitischer Herausforderungen.
Auch die Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie spielt in den Gesprächen eine Rolle. Der Ministerpräsident traf sich mit regionalen Verantwortungsträgern, um gemeinsame Projekte zu erörtern, wobei keine konkreten Initiativen der letzten fünf Jahre genannt wurden. Da es seit 2011 keine offiziellen Staatsbesuche in Frankreich oder der Schweiz mehr gab, signalisiert diese Reise einen neuen Impuls für die grenzüberschreitende Partnerschaft.
Fragen zu Kretschmanns politischer Zukunft bleiben offen. Er hat bereits angekündigt, 2026 nicht mehr zur Landtagswahl anzutreten – unklar ist, ob dies seine letzte Reise als Regierungschef sein wird.
Der Besuch unterstreicht die tiefen wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen Baden-Württembergs mit Frankreich und der Schweiz. Mit seinem Fokus auf Verteidigung, KI und Quantenforschung zielt Kretschmann darauf ab, die Zusammenarbeit in Schlüsselsektoren zu vertiefen. Die Ergebnisse dieser Gespräche könnten künftige Projekte zwischen den Regionen prägen.






