Kretschmanns Rückzug markiert das Ende einer Ära in Baden-Württemberg
Selma SchmiedtAustretender Ministerpräsident Kretschmann: "Ich bin froh, dass ich gehe" - Kretschmanns Rückzug markiert das Ende einer Ära in Baden-Württemberg
Baden-Württembergs langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird Anfang 2026 von seinem Amt zurücktreten. Der Grünen-Politiker, der das Amt fast 15 Jahre lang innehatte, bestätigte, dass er bei der Landtagswahl am 8. März nicht mehr antreten wird. Sein Rückzug markiert das Ende einer Ära für die Politik der Region.
Kretschmanns Entscheidung fällt in eine Phase, in der sich das Land auf die nächste Wahl mit einem reformierten Wahlsystem vorbereitet. Erstmals werden die Wähler zwei Stimmzettel abgeben – einen für die Direktkandidaten vor Ort und einen für die Landeslisten der Parteien. Die Änderung folgt auf die Wahl 2021, bei der die Grünen mit Rekordwert von 32,6 Prozent stärkste Kraft wurden. Die rechtspopulistische AfD hingegen verlor an Zustimmung und fiel von über 15 Prozent auf eine kleinere Fraktionsstärke zurück.
Eine Umfrage vom Januar 2026 sieht die CDU mit 29 Prozent vorn, gefolgt von den Grünen mit 23 Prozent und der AfD mit 20 Prozent. Kleinere Parteien wie die SPD (8 Prozent), die Linke (7 Prozent) und die FDP (5 Prozent) liegen deutlich zurück. Trotz der verschobenen Kräfteverhältnisse gab es seit 2021 keine größeren politischen Umbrüche.
Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, ebenfalls von den Grünen, gilt als Kretschmanns designierter Nachfolger. Der scheidende Ministerpräsident hat offen darüber gesprochen, sich auf das Leben nach der Politik zu freuen.
Mit Kretschmanns Abschied erhält Baden-Württembergs Führung nach eineinhalb Jahrzehnten ein neues Gesicht. Özdemirs Nominierung als Kandidat wird den Wahlkampf der Grünen vor der März-Wahl prägen. Die Abstimmung wird zudem zeigen, wie sich die überarbeiteten Wahlregeln auf die politische Landschaft auswirken.
