Lieferchaos bei der Bahn gefährdet Chemiebranche und Stahlindustrie mit Milliardenverlusten
Selma SchmiedtLieferchaos bei der Bahn gefährdet Chemiebranche und Stahlindustrie mit Milliardenverlusten
Lieferverzögerungen im Netz der Deutschen Bahn kosten Schlüsselbranchen Milliarden
Besonders die chemische und die Stahlindustrie sind in hohem Maße auf den Schienengüterverkehr angewiesen. Die chemische Branche transportiert jährlich fast 25 Millionen Tonnen ihrer Produkte per Bahn. Durch die Störungen sehen sich Unternehmen gezwungen, die Produktion zu drosseln und höhere Kosten zu tragen. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), fordert von der Deutschen Bahn unverzügliche Maßnahmen zur Behebung der Probleme.
Auch die Stahlindustrie leidet unter den Engpässen. Rund die Hälfte ihrer Lieferungen – von Rohstoffen bis zu Fertigprodukten – wird über die Schiene abgewickelt. Große Konzerne wie Salzgitter und ArcelorMittal haben ihre Produktion bereits zurückfahren müssen, da die Zugverbindungen unzuverlässig sind.
Seit 2022 verzeichnet auch die Automobilbranche einen Rückgang der verfügbaren Transportkapazitäten auf der Schiene. Große Entrup pocht auf bessere Planung, Abstimmung und Priorisierung. Güterzüge müssten seiner Meinung nach auf Ausweichstrecken klaren Vorrang erhalten.
Ohne verlässliche Bahnlogistik drohen den Industrien weitere Produktionskürzungen und finanzielle Einbußen. Wie schnell sich diese wichtigen Wirtschaftszweige erholen, hängt maßgeblich von der Reaktion der Deutschen Bahn ab.
