Ludwigsburger Stadtbahn droht am Widerstand und explodierenden Kosten zu scheitern
Selma SchmiedtLudwigsburger Stadtbahn droht am Widerstand und explodierenden Kosten zu scheitern
Die Pläne für die Stadtbahn Ludwigsburg stoßen auf massiven Widerstand und steigende Kosten. Das Aktionsbündnis warnt, dass das Projekt – insbesondere die Reaktivierung der Strecke nach Markgröningen – ohne Kurskorrekturen scheitern könnte. Kritiker bemängeln, dass Verzögerungen und politische Uneinigkeit das gesamte Vorhaben gefährden.
Ursprünglich war für die Stadtbahnlinie Ludwigsburg–Markgröningen–Schwieberdingen–Remseck–Pattonville ein Kostenrahmen von 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro veranschlagt worden. Doch Inflation und überarbeitete Planungen haben die Ausgaben weiter in die Höhe getrieben. Die genauen Zahlen für 2026 stehen jedoch noch nicht fest, wie das Verkehrsministerium Baden-Württemberg mitteilt.
2021 hatte das Aktionsbündnis vorgeschlagen, die Stadtbahn von Süden her in den Ludwigsburger Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zu führen – ein Vorstoß, der abgelehnt wurde. Nun bringt die Gruppe eine Alternative ins Spiel: die ehemalige Verladegleise des Unternehmens Franck auszubauen, um die Strecke dort zu integrieren.
Klaus Arnoldi, Sprecher des Bündnisses, betont seit Langem die Bedeutung der Reaktivierung des Abschnitts nach Markgröningen. Doch der Widerstand wächst, besonders in Möglingen, wo Anwohner sich vehement gegen die isolierte Wiederinbetriebnahme dieses Teilstücks aussprechen. Bürgermeister Matthias Knecht geht davon aus, dass die Mehrheit der Ludwigsburger Bürger die aktuellen Pläne ablehnt.
Das Aktionsbündnis wirft der Politik vor, das Projekt mit unlösbaren Planungsvorgaben "zu Tode zu diskutieren". Stattdessen schlägt es vor, die Stadtbahn in einen westlichen und einen östlichen Abschnitt zu teilen, um die Chancen für die Markgröninger Strecke zu erhöhen. Ungewiss bleibt zudem, ob die bürgerlich-konservativen Fraktionen im Stadtrat den Plänen überhaupt zustimmen werden.
Die Zukunft der Stadtbahn hängt nun von politischen Weichenstellungen und der Kostenkontrolle ab. Ohne Kompromisse könnte die Strecke nach Markgröningen stillgelegt bleiben – und das gesamte Projekt in der Schwebe. Aktuelle Stellungnahmen des Verkehrsministeriums sollen in Kürze Klarheit über die nächsten Schritte bringen.
