12 February 2026, 16:41

Mainzer Fastnacht bricht mit Tradition – erstmals eine Frau an der Spitze

Plakatankündigung eines Festivals in München mit einem Gemälde einer Frau mit menschlichem Gesicht umgeben von Menschen und Bäumen mit Text.

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnacht bricht mit Tradition – erstmals eine Frau an der Spitze

Die Mainzer Fastnachtsitzung hat einmal mehr scharfe politische Satire auf die Bühne gebracht und bleibt damit ihrer langen Tradition treu, Macht und Autoritäten auf die Schippe zu nehmen. Die diesjährige Veranstaltung markierte einen historischen Wandel: Christina Grom wurde als erste Frau seit fast 200 Jahren mit der Leitung des Protokolls betraut. An ihrer Seite gab Jürgen Wiesmann sein 25. Mal den beliebten Karnevalscharakter Ernst Lustig.

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Die Revue verbindet seit jeher Humor mit mutiger politischer Kritik. Seit 1976 ist Andreas Schmitt eine prägende Kraft – seine Angriffe gelten auch der Kirche, wobei er selbst die Anerkennung von Kardinal Lehmann gewann. In diesem Jahr führte er in seiner letzten Rolle als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms diese Tradition fort. Seine Kritik richtet sich nun auch gegen den Aufstieg der rechtsextremen AfD und spiegelt damit die wachsenden Sorgen vor den anstehenden Wahlen wider.

Christina Groms Debüt als Protokollführerin brachte frischen Schwung. Ihre Spitzen trafen prominente Persönlichkeiten wie Kanzler Friedrich Merz, Bayerns Markus Söder und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Ein Bonmot unterstellte, der Himmel möge Trump doch "etwas Verstand herabregnen lassen" – selbst die Gutenberg-Bibel könne seinen "aufgeblähten Schädel" nicht durchdringen.

Die Wurzeln der Veranstaltung liegen tief im Widerstand. Historische Persönlichkeiten wie Karl Küpper nutzten einst Satire, um den Nazis zu trotzen – ein Beweis für die ungebrochene Widerständigkeit der Revue. Während manche den modernen Fernsehkarneval als abgestanden kritisieren, bleibt die Mainzer Sitzung eine scharfe, demokratische Stimme in der deutschen Kultur.

Die Mainz bleibt Mainz-Revue balanciert weiterhin zwischen Tradition und Wandel. Groms Führung als erste weibliche Protokollchefin steht für Fortschritt, während die Satire so treffsicher bleibt wie eh und je. Angesichts der bevorstehenden Wahlen ist die politische Schärfe der Veranstaltung heute so relevant wie vor Jahrzehnten.