Mainzer Ranzengarde krönt die Session mit glanzvollem Finale in Dresden
Gretel BirnbaumMainzer Ranzengarde krönt die Session mit glanzvollem Finale in Dresden
Mainz 05 feiert seine Karnevalstraditionen in großem Stil – die Mainzer Ranzengarde beendet die Session mit einem glanzvollen Finale in Dresden
Im Kurfürstenpalast versammelten sich Hunderte Narren, um beim letzten Auftritt der Saison der Mainzer Ranzengarde den lebendigen Karnevalsgeist der Stadt zu ehren. Die 1837 gegründete Garde, bekannt als die "Mutter aller Mainzer Garden", gilt als älteste Karnevalsinstitution der Stadt und blickt auf eine lange, stolze Geschichte zurück.
Der Abend begann mit einem musikalischen Gruß an Köln, die Karnevalsschwesterstadt von Mainz. Die unter der Leitung von Marie Luise Thüne stehende Ehrenformation füllte den Saal mit vertrauten Weisen, bevor die Hauptdarbietungen starteten.
Die Wurzeln der Mainzer Ranzengarde reichen bis ins Jahr 1838 zurück, als sie als scherzhafte Parodie auf die preußischen "Langen Kerls" entstand. Unter der Führung von Johann Maria Kertell trug die Gruppe maßgeblich zur Begründung des heutigen Rosenmontagszugs bei – ein Fest, das Mainz weltweit bekannt machte. Fast zwei Jahrhunderte später prägt ihr Erbe die Feierlichkeiten der Stadt noch immer.
Kulturelle Höhepunkte des Abends waren unter anderem Markus Schönberg, besser bekannt als "Ignaz", der das Publikum mit einer Hymne an die Mainzer auf dem rechten Rheinufer begeisterte. Sein Liebeslied an Brot, Wurst und Wein der Region entwickelte sich zu einem der unvergesslichen Momente. Die Eisbären präsentierten derweil ihre vollständige Karnevalsrevue, begleitet vom Kasteler Musikerzug, der als Großes Garden-Musikcorps aufspielte.
Satire stand im Mittelpunkt, als die Bänkelsänger mit scharfzüngigen, gereimten Spottversen auf Politiker und gesellschaftliche Gruppen zielten. Besonders begeistert reagierte das Publikum auf Jürgen Wiesmanns kabarettistische Abrechnung mit seiner Ehepartnerin Sabine Wiesmann. Auch die Familie Pschierer überzeugte: Während der jüngere Vertreter das Publikum für sich einnahm, glänzte der Senior mit politisch-literarischem Witz.
Ernster wurde es, als politische Redner wie Gunther Raupach und Bernhard Knab das Wort ergriffen. Ihre pointierten Analysen ernteten tosendes Klatschen und zeigten einmal mehr, dass der Mainzer Karneval Humor und gesellschaftskritische Reflexion vereint.
Die letzte Sitzung füllte den Kurfürstenpalast bis auf den letzten Platz, mit übervollen Rängen und einer begeisterten Menge. Die Veranstaltung der Mainzer Ranzengarde unterstrich erneut die tief verwurzelte Karnevalskultur der Stadt – eine Mischung aus Musik, Satire und politischem Diskurs. Mit dem Ende der Session hinterließ das Spektakel bleibende Eindrücke und krönte eine weitere unvergessliche Feier.
