Mannheim gedenkt ein Jahr nach dem tödlichen Amok-Anschlag in bewegender Feier
Oswin BolanderMannheim gedenkt ein Jahr nach dem tödlichen Amok-Anschlag in bewegender Feier
Ein Jahr nach der tödlichen Amokfahrt, die Mannheim erschütterte, versammelten sich über 300 Menschen in der Konkordienkirche zu einer interreligiösen Gedenkfeier. Die Veranstaltung ehrte die beiden Opfer, die ihr Leben verloren, sowie die vielen Verletzten – sowohl körperlich als auch seelisch. Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen führten Gebete an, während die Stadt gemeinsam der Tragödie gedachte.
Die Zeremonie begann mit dem feierlichen Geläut der Glocken der Konkordienkirche und der Sebastiankirche. Oberbürgermeister Christian Specht sprach über den Zusammenhalt und die Mitmenschlichkeit Mannheims nach dem Anschlag. Er betonte, wie die Gemeinschaft in Trauer und Solidarität zusammengerückt sei.
Alexander Schwarz, der Opferbeauftragte Baden-Württembergs, verlas einen bewegenden Brief der Familie eines der Verstorbenen. Die Worte trugen die Schwere des Verlusts und die Hoffnung auf Heilung. Ulrike Schäfer, die Mannheimer Polizeipresidentin, richtete ebenfalls ein Beileidsschreiben an die Betroffenen.
Unter den Teilnehmenden war auch der Taxifahrer, der den Angreifer während der Amokfahrt verfolgt und gestellt hatte. Seine Anwesenheit stand symbolisch für den Mut, den Bürger an jenem Tag gezeigt hatten. Musikalische Darbietungen von Lehrenden und Studierenden der Mannheimer Musikhochschule gaben der Veranstaltung einen Moment der besinnlichen Einkehr.
Die interreligiöse Gedenkfeier markierte das Jahrestag des Anschlags, der Mannheim veränderte. Die Stadt gedachte der verlorenen Leben und der Widerstandskraft der Überlebenden. Als das Geläut verklang, blieb die Versammlung als Mahnmal der Solidarität angesichts der Tragödie.
