21 December 2025, 16:16

Meilenstein zur Verbesserung der Patientenversorgung

Ein Krankenhauszimmer mit mehreren Betten, auf denen Patienten liegen, Infusionsflaschen auf Ständern zwischen den Betten und eine Frau mit einer Tasche in der Nähe eines der Patienten.

Meilenstein zur Verbesserung der Patientenversorgung

Meilenstein für die Verbesserung der Patientenversorgung

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  1. Dezember 2025

Schlagwörter: Gesundheit und Wohlbefinden, Finanzen, Wirtschaft

Baden-Württemberg bleibt eine treibende Kraft im europäischen Medizintechniksektor – mit einem Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2023 und über 54.000 Beschäftigten. Doch die bürokratischen Hürden durch die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) haben Innovationen ausgebremst und manche lokale Hersteller komplett vom Markt verdrängt. Nun greift die Europäische Kommission mit weitreichenden Reformen ein, um Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche wiederzubeleben.

Die Kommission hat ein neues „Gesundheitspaket“ vorgestellt, das die MDR grundlegend reformieren soll – nach monatelangem Druck seitens der Industrie. Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi präsentierte die Vorschläge Ende 2025 in Straßburg. Im Fokus stehen überzogene Meldepflichten und die unberechenbare Zusammenarbeit mit benannten Stellen. Die Änderungen sollen Zulassungsverfahren beschleunigen und bewährte Medizintechnologien für Patienten verfügbar halten.

Eine zentrale Neuerung ist die erweiterte Definition „etablierter Technologien“ (WET – Well Established Technologies). Damit sollen langjährig erprobte, gut dokumentierte Produkte mit nachgewiesener Sicherheitssbilanz leichter auf dem Markt bleiben. Zudem werden administrative Lasten verringert – ein zentrales Anliegen des deutschen Medizintechnikverbandes (BVMed). Várhelyis Initiative folgt auf Gespräche mit betroffenen Unternehmen, darunter auch aus Baden-Württemberg. Zwar sind die Reformen breit angelegt, doch sie zielen direkt auf die Probleme ab, die Hersteller in der Region seit Langem belasten. Ziel ist es, Effizienz wiederherzustellen und Unternehmen zu ermöglichen, Innovationen schneller auf den Markt zu bringen.

Die vorgeschlagenen Änderungen müssen nun das EU-Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Bei einer Verabschiedung könnten sie die Belastung für Medizintechnikfirmen in Baden-Württemberg und darüber hinaus verringern. Bis dahin bleibt die Branche gespannt, wie zügig die Reformen umgesetzt werden – und welche Auswirkungen sie auf die künftige Produktentwicklung haben werden.