03 February 2026, 14:12

Mercedes-Prozess in Stuttgart: Investoren klagen wegen Dieselabgasbetrugs und Zetsches Rolle

Eine Ansicht des Mercedes-AMG Petronas F1 Team-Hauptquartiers in Berlin, Deutschland, mit Gebäuden, Fahrzeugen auf der Straße, einem Zaun, Pfählen, Schildern mit Text, Bäumen und einem Logo auf dem Gebäude, mit dem Himmel im Hintergrund.

Former Daimler-Chef Zetsche tritt als Zeuge im Gericht auf - Verhandlung beginnt - Mercedes-Prozess in Stuttgart: Investoren klagen wegen Dieselabgasbetrugs und Zetsches Rolle

In Stuttgart entbrennt derzeit ein bedeutender Gerichtsprozess: Investoren verklagen Mercedes-Benz wegen angeblichen Dieselabgasbetrugs. Die Sammelklage – vergleichbar mit einer US-amerikanischen Class Action – wirft dem Konzern vor, zentrale Informationen über Emissionsverstöße zurückgehalten zu haben, wodurch Aktionäre finanzielle Verluste erlitten.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche, der zu Entscheidungen zwischen 2012 und 2018 befragt wird, die dem Unternehmen möglicherweise ermöglichten, EU-Abgasvorschriften zu umgehen.

Die Affäre reicht bis ins Jahr 2015 zurück, als der VW-Abgasskandal ("Dieselgate") systematische Manipulationen in der Automobilbranche aufdeckte. Seither gerieten auch Mercedes-Modelle wie der GLC oder die E-Klasse ins Visier der Behörden, die Unregelmäßigkeiten bei den Dieselaggregaten feststellten.

2022 und 2023 bestätigten deutsche und EU-Behörden, dass einige Mercedes-Motoren die Abgasnormen nicht einhielten. Die Folgen: Rückrufe von über 100.000 Fahrzeugen, verpflichtende Software-Updates und Strafen von mehr als einer Milliarde Euro allein in Deutschland. 2024 verhängte ein deutsches Gericht eine Strafe von 887 Millionen Euro; 2025 einigte sich der Konzern in den USA auf eine Vergleichszahlung von 1,1 Milliarden Dollar. Doch eine abschließende EU-weite Sanktion steht Anfang 2026 noch aus.

Mercedes-Benz bestreitet stets, dass der Vorstand wissentlich illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt habe. Die Kläger argumentieren jedoch, dass verspätete Offenlegungen der Abgasprobleme sie in die Irre führten und finanzielle Schäden verursachten. Das Stuttgarter Gericht prüft diese Vorwürfe nun in einem Musterverfahren – Zetsche sagt als Zeuge aus.

Das Urteil könnte weitreichende finanzielle und reputative Folgen für Mercedes-Benz haben. Falls die Richter den Investoren recht geben, drohen dem Unternehmen zusätzliche Entschädigungszahlungen neben den bestehenden Strafen. Zudem bleibt der regulatorische Druck hoch: Die EU-Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

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