20 February 2026, 14:43

Merz fordert radikale Arbeitsmarktreform: Flexibilität statt Vier-Tage-Woche

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Arbeitszimmers des deutschen Bundeskanzlers, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Merz: 'Wir beschuldigen niemanden der Faulheit' - Merz fordert radikale Arbeitsmarktreform: Flexibilität statt Vier-Tage-Woche

Friedrich Merz hat auf dem Bundesparteitag der CDU in Stuttgart die Position der Partei zu Arbeitsmarktreformen verteidigt. Er argumentierte, dass das aktuelle System in Deutschland reformbedürftig sei – insbesondere bei der Balance zwischen Flexibilität und Anreizen für Arbeitnehmer. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit andauernder Debatten über Arbeitslosigkeit und Arbeitsbedingungen.

Merz wies Vorwürfe zurück, die CDU sei realitätsfremd oder zu streng. Er bezeichnete Deutschland als eine Nation fleißiger Arbeiter und lehnte die Kritik ab, die Parteipolitik sei zu starr. Stattdessen plädierte er für ein System, das Leistung belohnt und es Unternehmen wie Beschäftigten ermöglicht, stolz auf ihre Erfolge zu sein.

Gleichzeitig kritisierte er Reformgegner scharf und warf ihnen 'geistige Bequemlichkeit' vor, weil sie die Mängel der bestehenden Strukturen ignorierten. Nach Merz' Ansicht liegt das eigentliche Problem in den falschen Anreizen und starren Regeln des Systems, die seiner Meinung nach die Produktivität hemmen.

Zur Forderung nach einer generellen Vier-Tage-Woche positionierte sich Merz ablehnend. Stattdessen schlug er mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten sowie Maßnahmen vor, die offene Stellen besser mit arbeitslosen Bewerbern zusammenbringen. Er verwies auf ein Paradoxon am deutschen Arbeitsmarkt: Trotz hoher Arbeitslosigkeit finden viele Unternehmen keine passenden Mitarbeiter.

Merz kündigte an, mit der SPD an Reformen arbeiten zu wollen. Zwar räumte er ein, dass die allgemeine Wirtschaftslage zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen habe, betonte aber, dass politische Änderungen weiterhin notwendig seien. Aktuell sind in Deutschland 46 Millionen Menschen beschäftigt, die Arbeitslosenquote wird für 2026 auf 6,2 Prozent prognostiziert – deutlich niedriger als die 12 Prozent von vor zwei Jahrzehnten.

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Die Aussagen des CDU-Vorsitzenden deuten auf einen Kurs hin, der auf mehr Flexibilität und leistungsorientierte Anreize setzt. Seine Haltung ebnet den Weg für mögliche Verhandlungen mit der SPD über eine Reform der Arbeitsmarktpolitik. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie Deutschland in den kommenden Jahren die doppelte Herausforderung von Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel bewältigt.