Neubulach streicht kostenlosen Nahverkehr für Touristen – und setzt auf das Deutschlandticket
Selma SchmiedtNeubulach streicht kostenlosen Nahverkehr für Touristen – und setzt auf das Deutschlandticket
Neubulach stellt kostenlosen ÖPNV für Touristen zum Jahresende ein
Die Gemeinde Neubulach hat beschlossen, ihr Angebot für kostenlosen Nahverkehr für Touristen bis Ende des Jahres zu streichen. Der Schritt folgt einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, aus dem Konus-Ticket-System auszusteigen. Als Hauptgründe nannten die Verantwortlichen die geringe Nutzung sowie die Verfügbarkeit des bundesweiten Deutschlandtickets.
Das Konus-Ticket ermöglichte Besuchern, während ihres Aufenthalts Busse und Bahnen vor Ort ohne zusätzliche Kosten zu nutzen. Doch die Zahlen zeigen: Das Angebot wurde kaum genutzt – 2023 wurden nur zwölf Tickets ausgestellt, 2024 sogar nur fünf. Dennoch gab die Gemeinde im vergangenen Jahr rund 7.300 Euro für knapp 15.000 Übernachtungen aus, 2024 stiegen die Kosten auf etwa 9.500 Euro bei fast 19.000 Übernachtungen.
In einer jüngsten Gemeinderatssitzung unterstützte der stellvertretende Bürgermeister Lars Dannenmann, der für Bürgermeisterin Petra Schupp einsprang, die Entscheidung zur Einstellung der Förderung. Der Rat war sich einig, dass die meisten Touristen mit dem Auto anreisen und das Deutschlandticket für 49 Euro monatlich eine praktikablere Alternative für diejenigen darstellt, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
Auch die Nachbargemeinde Schömberg hat das Konus-Ticket abgeschafft und wirbt stattdessen für die Nutzung des Deutschlandtickets. Der Wandel spiegelt einen übergeordneten Trend wider: Immer mehr Städte und Gemeinden überprüfen ihre lokalen Verkehrsverbund-Zuschüsse angesichts des bundesweiten Angebots.
Durch den Ausstieg aus dem Konus-Ticket spart Neubulach künftig mehrere tausend Euro pro Jahr. Touristen müssen sich künftig auf das Deutschlandticket oder den Individualverkehr verlassen, wenn sie die Region besuchen. Die Änderung tritt zum Jahresende in Kraft.
