27 April 2026, 12:18

Neuer Schulroman bricht das Schweigen über den Völkermord an den Armeniern

Ein steinernes Denkmal in einem Park mit einer Uhr darauf, umgeben von Bäumen und Gebäuden, mit einer Inschrift, die den 24. Jahrestag des Völkermords in Armenien erinnert.

Neuer Schulroman bricht das Schweigen über den Völkermord an den Armeniern

Ein neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer. "Auf der Straße tragen wir andere Namen" von Laura Cwiertnia erschien im März im Reclam Verlag als Pflichtlektüre für Schulen. Das Buch verbindet historische Gräueltaten mit heutigen Kämpfen und fordert Schülerinnen und Schüler auf, sich einer Geschichte zu stellen, die im Unterricht oft ausgeklammert wird.

Vor 111 Jahren begann der Völkermord an den Armeniern, bei dem im Osmanischen Reich systematisch rund 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden. Deutschlands Rolle in diesem Verbrechen bleibt ein schmerzhafter Teil seiner Geschichte – doch viele Schulen meiden das Thema bis heute. Zwar forderte ein Bundestagsbeschluss von 2016, den Genozid als verbindlichen Lehrstoff zu behandeln, doch überfüllte Lehrpläne, Zeitmangel und fehlende Materialien verhindern dies in den meisten Fällen.

Laura Cwiertnias Roman durchbricht dieses Schweigen, indem er die Schicksale von Frauen über mehrere Generationen hinweg erzählt. Er thematisiert Überleben, Gewalt und die langfristigen Folgen des Völkermords, setzt sich aber auch mit aktuellen Themen wie Migration und Diskriminierung in Deutschland auseinander. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ein Nachwort zur Ausgabe bei, das Lehrkräften hilft, die komplexen Themen mit ihren Klassen zu erarbeiten.

Pädagoginnen und Pädagogen sind überzeugt, dass Literatur den Zugang zu diesem schwierigen Stoff erleichtern kann. Durch die emotionale Auseinandersetzung mit persönlichen Geschichten könnten Schülerinnen und Schüler die Auswirkungen des Genozids – historisch wie gesellschaftlich – tiefer reflektieren.

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Die Aufnahme von Cwiertnias Roman in die Schulcurricula markiert einen Schritt, um ein lange vernachlässigtes Kapitel der Geschichte aufzuarbeiten. Mit fachlicher Unterstützung und didaktisch aufbereiteten Materialien haben Lehrkräfte nun ein Werkzeug an der Hand, um den Völkermord an den Armeniern im Unterricht zu behandeln. Der Fokus des Buches auf Widerstandsfähigkeit und Identität lenkt zudem den Blick auf die Erfahrungen armenischer Communities, die das Leben in Deutschland bis heute prägen.

Quelle