Proteste gegen rechtsextreme Verbindungen eines Kampfsportstudios in Halle
Gretel BirnbaumProteste gegen rechtsextreme Verbindungen eines Kampfsportstudios in Halle
Proteste vor Halleer Hauptbahnhof gegen Kampfsportstudio mit rechtsextremen Verbindungen
Am vergangenen Wochenende fand vor Halles Hauptbahnhof eine Demonstration gegen ein örtliches Kampfsportstudio statt, dem vorgeworfen wird, Verbindungen in die rechtsextreme Szene zu haben. Die Gladiator Fight Academy, die bereits wegen mutmaßlicher Gewaltverherrlichung und Diskriminierung in der Kritik steht, veranstaltete ein Event, zu dem bekannte Akteure der rechtsextremen Szene erschienen.
Die Kundgebung erfolgte vor dem Hintergrund steigender Spannungen in Sachsen-Anhalt, wo die rechtspopulistische AfD bei der Bundestagswahl 2025 mit 37,3 Prozent der Stimmen ihr bestes Ergebnis erzielte. Im Fokus der Proteste stand speziell die Gladiator Fight Academy, die Kritiker als Treffpunkt für rechtsextreme Vernetzung und Rekrutierung anprangern. Die Veranstalter sprachen von etwa 300 Teilnehmern, die Polizei schätzte die Zahl jedoch auf rund 170 Personen.
Währenddessen feierte die Betreiber des Studios im Inneren die Premiere ihrer neuen Gladiator Fight Series. Die Veranstaltung fand in einem kommunalen Kultur- und Bürgerzentrum im nahegelegenen Teutschenthal statt – eine Entscheidung, die bei den Demonstranten auf Empörung stieß. Unter den Gästen befanden sich die AfD-Politiker Paul Backmund, Fabian Jank und Benedikt Weiß.
Zu den führenden Köpfen des Studios zählt Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt, einer rechtsextremen Jugendgruppe. Ein weiterer Schlüsselfigur ist der Nachwuchstrainer Hans Krüger, der Kontakte zur rechtsextremen Hooligan-Szene pflegt. Diese Verbindungen nähren die Befürchtungen, dass das Studio als Knotenpunkt für extremistische Kreise dient.
Die Proteste unterstreichen den wachsenden Widerstand gegen rechtsextreme Einflüsse in lokalen Sport- und Gemeinschaftseinrichtungen. Angesichts des starken AfD-Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt dürften die Spannungen um solche Veranstaltungen weiter anhalten. Ob die Behörden weitere Schritte gegen das Studio oder seine Verantwortlichen einleiten werden, blieb zunächst offen.






