Protestwelle am Freiburger Uniklinikum: 350 Stellen auf dem Spiel
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums Freiburg protestieren gegen Pläne, bis 2028 bis zu 350 Stellen abzubauen. Die Klinikleitung begründet die Kürzungen mit finanziellen Belastungen, die auf unzureichende Landesmittel für Investitionskosten zurückzuführen seien. Beschäftigte und die Gewerkschaft ver.di argumentieren jedoch, dass die Belegschaft nicht für die Haushaltslücken Baden-Württembergs geradestehen dürfe.
Der Vorstand des Klinikums hatte die Stellenstreichungen als Maßnahme angekündigt, um die wachsenden Schulden auszugleichen. Da das Land Baden-Württemberg nur begrenzt finanzielle Unterstützung gewährt, kämpfen öffentliche Krankenhäuser darum, grundlegende Ausgaben zu decken. Die Gewerkschaft ver.di, die die Krankenhausbeschäftigten vertritt, kritisiert den Schritt scharf und betont, dass Personalabbau keine gerechte Lösung für ein vom Land verursachtes Finanzierungsproblem sei.
Am 28. Februar werden sich Angestellte, Auszubildende und Patientinnen sowie Patienten im Freiburger Stadtzentrum versammeln, um ihren Widerstand kundzutun. Die Kundgebung beginnt um 15 Uhr am Platz der Alten Synagoge, von wo aus die Demonstranten am Gewerkschaftshaus vorbei ziehen und schließlich auf dem Gelände des Universitätsklinikums enden werden. Vertreter aller betroffenen Gruppen werden das Wort ergreifen und ihre Sorgen über die Folgen der Entlassungen äußern.
Parallel dazu läuft eine Kampagne, die Direktkandidatinnen und -kandidaten für die anstehende Landtagswahl in Südbaden auffordert, sich verbindlich für die volle Übernahme der Krankenhaus-Investitionskosten einzusetzen. Unter dem Motto "Nicht auf unserem Rücken!", fordern die Protestierenden, dass die Politik Verantwortung übernehme, statt die Last auf die Beschäftigten abzuwälzen.
Der Protest verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen Klinikleitung und Belegschaft angesichts der finanziellen Zwänge. Mit bis zu 350 gefährdeten Arbeitsplätzen könnte der Ausgang der Kampagne sowohl die Zukunft des Universitätsklinikums als auch die Gesundheitsfinanzierung des Landes prägen. Die geforderten Wahlversprechen könnten entscheidend dafür sein, ob weitere Kürzungen vermieden werden.
