Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und neue Pflichten für Selbstständige geplant
Sandro GuteRentenreform: Höheres Eintrittsalter und neue Pflichten für Selbstständige geplant
Eine Regierungskommission hat weitreichende Reformvorschläge für das deutsche gesetzliche Rentensystem vorgelegt. Zu den Empfehlungen gehören eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie die Einführung einer neuen kapitalgedeckten Säule. Politische Spitzenvertreter haben bereits auf die Pläne reagiert.
Die Rentenkommission schlug mehrere zentrale Reformen vor. So soll das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise über 67 Jahre hinaus angehoben und an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Auch die Möglichkeiten für einen vorzeitigen Rentenbeginn würden eingeschränkt: Die abschlagsfreie Frühverrentung für Versicherte mit 45 Beitragsjahren soll abgeschafft werden.
Zudem empfiehlt die Kommission eine Ausweitung des Rentensystems auf weitere Berufsgruppen. Künftig sollen Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Beamte blieben jedoch weiterhin ausgenommen. Ein einheitliches, einkommensbezogenes System würde dann Arbeitnehmer, Selbstständige, Abgeordnete und Führungskräfte umfassen.
Die Reaktionen auf die Pläne fallen unterschiedlich aus. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte eine breite Debatte über die langfristige Stabilität der Renten. Er betonte zudem, dass geprüft werden müsse, wie sich die Reformen auf Rentner in Ostdeutschland auswirken würden. Woidke sprach sich außerdem dafür aus, auch Beamte in die Diskussion einzubeziehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, alle Empfehlungen zügig umzusetzen. Die AfD und die BSW kritisierten unterdessen die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung der Frühverrentung.
Der Bericht der Kommission skizziert einen klaren Fahrplan für die Rentereform. Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Rentenvorschriften grundlegend neu gestalten und den Kreis der Versicherten erweitern. Nun liegt es an den politischen Entscheidungsträgern, diese Empfehlungen in konkrete Politik umzusetzen.






