Ruhrfestspiele 2024 starten mit bewegendem Flüchtlingsdrama Das Kind
Oswin BolanderRuhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele 2024 starten mit bewegendem Flüchtlingsdrama Das Kind
Die Ruhrfestspiele 2024 eröffnen am 3. Mai mit einer Ansprache der Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel. Das diesjährige Festival, das vom 1. Mai bis zum 13. Juni stattfindet, steht unter dem Motto "Schock und Staunen" und beginnt mit den traditionellen Maifeierlichkeiten. Während die Hauptspielstätte saniert wird, finden die Aufführungen in einem provisorischen Festzelt statt.
Den Auftakt des Theaterprogramms bildet "Das Kind", ein iranisches Flüchtlingsdrama in persischer Sprache mit deutschen und englischen Untertiteln. Das Stück der Dramatikerin Naghmeh Samini begleitet drei Frauen, die mit einem Kind an einer europäischen Grenze feststecken. Festivalleiter Olaf Kröck hat eng mit dem Ensemble über WhatsApp kommuniziert und sogar das Auswärtige Amt eingeschaltet, um die Einreise der Künstlerinnen nach Recklinghausen zu ermöglichen. Sollte die Gruppe nicht anreisen können, wird die Vorstellung abgesagt – eine Entscheidung, die für sich genommen bereits symbolträchtig wäre.
In diesem Jahr wartet das Publikum mehrere Uraufführungen und Deutschlandpremieren, darunter Produktionen mit Katja Riemann, Katharina Thalbach und Joachim Król. Da das Große Haus, die übliche Spielstätte, wegen Renovierungsarbeiten geschlossen bleibt, finden die Veranstaltungen in einem 500 Plätze fassenden Festzelt statt.
Bis zum 13. Juni verbindet das Festival kulturelle Höhepunkte mit politischen Untertönen. "Das Kind" thematisiert die Herausforderungen iranischer Künstlerinnen, während das Gesamtprogramm die langjährige Innovationskraft der Ruhrfestspiele widerspiegelt. Konkrete Zahlen zu Premieren mit iranischem Bezug wurden nicht genannt, doch die Eröffnungsproduktion setzt einen markanten Akzent für die diesjährige Ausgabe.
