Schwarzarbeit in Ulm: Millionenstrafen und Haft nach flächendeckendem Betrug
Sandro GuteSchwarzarbeit in Ulm: Millionenstrafen und Haft nach flächendeckendem Betrug
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zollamts Ulm führte im Jahr 2025 weniger Kontrollen durch als im Vorjahr. Dennoch prüften die Beamten 9.345 Beschäftigte und 930 Arbeitgeber – und deckten dabei flächendeckenden Betrug in mehreren Branchen auf. Die Razzien führten zu Millionenstrafen und Haftstrafen für Beteiligte an illegalen Beschäftigungsmodellen.
Im Laufe des Jahres 2025 leitete die Einheit 1.516 Verwaltungsverfahren ein, die zu Bußgeldern in Höhe von insgesamt 2,36 Millionen EUR USD führten. Zudem wurden 2.504 Strafverfahren eingeleitet, die 971.000 EUR an Sanktionen sowie 74 Jahre Haft auf Bewährung und ohne Bewährung zur Folge hatten. Die Ermittler schätzten, dass nicht angemeldete Arbeit den Sozialkassen etwa 25,7 Millionen EUR entzog.
Im Gastgewerbe sicherten die Behörden Verurteilungen, indem sie die gemeldeten Mitarbeiterzahlen mit den tatsächlichen Lohnabrechnungen abglichen. Die Baubranche geriet hingegen wegen Scheinsubunternehmertums und gefälschter Rechnungen zur Verschleierung nicht angemeldeter Beschäftigung unter die Lupe. Gerichte gingen auch gegen die private Sicherheitsbranche vor, wo ein Manager wegen der Gründung von Scheinfirmen und der falschen Einstufung von Löhnen eine Haftstrafe erhielt.
Ein besonderer Fokus lag auf der illegalen Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen. In 49 Einzelfällen summierten sich die Bußgelder auf 107.650 EUR. Dabei wurden bereits für wenige Tage nicht angemeldeter Arbeit Strafen von bis zu 7.000 EUR verhängt. Die Ermittlungen führte die Agentur für Arbeit durch Teams aus Ulm, Aalen, Pfullingen und Friedrichshafen durch.
Die Aktionen im Jahr 2025 waren zwar weniger umfangreich als im Vorjahr, brachten aber dennoch großangelegten Betrug ans Licht. Die verhängten Sanktionen – von hohen Geldstrafen bis hin zu Haft – unterstreichen die anhaltenden Bemühungen im Kampf gegen Schwarzarbeit. Zwar konnten die Sozialkassen Millionenbeträge zurückgewinnen, doch blieb der geschätzte Gesamtverlust beträchtlich.
