09 June 2026, 02:08

Streit um Elektroautos gefährdet Zukunft des Mercedes-Werks Untertürkheim

Daimler-Betriebsrat blockiert Überstunden

Streit um Elektroautos gefährdet Zukunft des Mercedes-Werks Untertürkheim

Am Mercedes-Benz-Werk in Untertürkheim haben sich die Spannungen wegen der Pläne des Konzerns für Elektrofahrzeuge zugespitzt. Der Betriebsrat warnt, die Zukunft des Standorts stehe auf dem Spiel. Ein Streit über die künftige Produktionsrolle hat nun dazu geführt, dass Überstunden nicht mehr genehmigt werden – was die Ausbringungsmenge des Werks gefährdet.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Rolle des Standorts beim Umstieg von Mercedes-Benz auf Elektroautos. Das Unternehmen plant bis 2022 zehn neue rein elektrisch betriebene Modelle auf den Markt zu bringen, doch die Unternehmensführung hat Untertürkheim keine klare Zusage für eine Beteiligung an der Produktion gegeben. Stattdessen drängen die Manager auf Zugeständnisse der Belegschaft, ohne verbindliche Zusagen zu machen.

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Betriebsräte in den Mercedes-Werken fordern einen größeren Anteil an den zukünftigen Arbeitsplätzen in der Elektrofahrzeug-Produktion. In Untertürkheim, wo rund 19.000 Menschen beschäftigt sind, besteht der Betriebsrat darauf, dass dort mindestens ein Elektromodell gefertigt wird. Ein Treffen am Montag brachte keine Lösung – beide Seiten bleiben uneins.

Ab dem 1. Juli wird der Betriebsrat keine Überstunden mehr in der Produktion genehmigen. Dieser Schritt könnte die Auslastung des Werks, eines der größten des Konzerns, empfindlich stören. Der Rat argumentiert, dass ohne eine gesicherte Position in der Elektro-Strategie von Mercedes-Benz das langfristige Überleben des Standorts ungewiss sei.

Der Streit ist nun in eine entscheidende Phase eingetreten: Die Überstunden-Beschränkungen treten im nächsten Monat in Kraft. Sollte es keine Einigung geben, könnten sich Produktionsverzögerungen ergeben. Die Zukunft des Werks hängt davon ab, ob sich Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter auf eine gemeinsame Linie in der Elektrofahrzeug-Produktion verständigen können.

Quelle