Streit um Nahverkehrspläne in Ohligs: Bürger gegen Bezirksbürgermeister
Gretel BirnbaumStreit um Nahverkehrspläne in Ohligs: Bürger gegen Bezirksbürgermeister
Streit um Nahverkehrspläne für das Ohligser Stadtzentrum eskaliert
Die Auseinandersetzungen um die geplante Neugestaltung des öffentlichen Nahverkehrs im Zentrum von Ohligs haben an Schärfe gewonnen. Die Bürgervereinigung Solingen (BfS) hat jüngste Vergleiche des Bezirksbürgermeisters als "unkonstruktiv" kritisiert. Zwar betonen beide Seiten, dass sie dasselbe Ziel verfolgen – eine bessere Anbindung des Stadtteils –, doch Streitigkeiten über konkrete Haltestellen blockieren derzeit Fortschritte.
Die BfS schlägt vor, die geplante Haltestelle Heiligenstock komplett zu streichen. Stattdessen solle das Stadtzentrum ausschließlich durch die neue Haltestelle Aachener Platz – bisher ein Arbeitstitel – bedient werden. Laut der Vereinigung würde diese Änderung die Zahl der verlorenen Parkplätze deutlich verringern und damit eine der Hauptsorgen der Anwohner entschärfen.
Besonders scharfe Kritik erntete der Bezirksbürgermeister von Ohligs, der die örtlichen Verhältnisse kürzlich mit denen in der ehemaligen DDR verglichen hatte. Die BfS wirft ihm vor, mit solchen Aussagen von den eigentlichen Problemen abzulenken und eine sachliche Debatte zu erschweren. Ohne eine versachlichte Diskussion, so die Warnung, könnte das gemeinsame Ziel einer verbesserten Verkehrsanbindung in Gefahr geraten.
Trotz der Spannungen besteht zwischen allen Beteiligten weiterhin Einigkeit über das grundsätzliche Anliegen: Ohligs braucht stärkere ÖPNV-Verbindungen. Die BfS zeigt sich optimistisch, dass sich die Debatte wieder auf praktikable Lösungen konzentrieren lässt – statt auf polarisierende Vergleiche.
Die Bürgervereinigung ruft alle Akteure dazu auf, unproduktive Streitigkeiten hinter sich zu lassen und sich auf umsetzbare Pläne zu besinnen. Ihr Vorschlag, auf die Haltestelle Heiligenstock zu verzichten, zielt darauf ab, Parkplatzverluste zu minimieren und gleichzeitig die Erreichbarkeit des Stadtzentrums zu wahren. Ob die Zukunft der Ohligser Verkehrsprojekte gelingt, hängt nun davon ab, ob es gelingt, die Diskussion auf eine konstruktivere Ebene zu lenken.






