Stuttgarter Expressbuslinien X4 und X7 droht das Aus – Petition kämpft um Rettung
Sandro GuteStuttgarter Expressbuslinien X4 und X7 droht das Aus – Petition kämpft um Rettung
Öffentlicher Nahverkehr in der Region Stuttgart steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Zwei beliebte Expressbuslinien drohen wegen finanzieller Engpässe eingestellt zu werden. Die Linien X4 und X7, die täglich von rund 1.200 Fahrgästen genutzt werden, sollen nach dem 19. Dezember nicht mehr verkehren. Gleichzeitig formiert sich Widerstand gegen die Streichungen – eine Petition mit tausenden Unterschriften soll die Pläne stoppen.
Das Verkehrsministerium hat zwar einen Finanzierungsvorschlag vorgelegt, um die Strecken zu retten, doch die Zukunft bleibt ungewiss: Der Landeshaushalt sieht vor, die Förderung bis Ende 2027 vollständig einzustellen.
Die Linien X4 und X7 stehen aufgrund von Haushaltslücken vor dem Aus. Trotz ihrer Beliebtheit hat das Land Baden-Württemberg die Subventionen bereits gekürzt und plant, die finanzielle Unterstützung bis September 2027 komplett zu streichen. Sollte keine Lösung gefunden werden, wird der 19. Dezember der letzte Betriebstag sein.
Eine von den Grünen in Filderstadt organisierte Petition, die bereits tausende Unterschriften gesammelt hat, soll in Kürze an die Verwaltung des Landkreises Esslingen übergeben werden. Ziel ist es, die geplante Stilllegung der Linien X4 und X7 zu verhindern. Der Landkreis zeigt sich zwar gesprächsbereit, besteht jedoch auf klare Regelungen zur Kostenbeteiligung, bevor er Zusagen macht.
Das Verkehrsministerium schlägt vor, die Linie X2 mit weniger Abendfahrten weiterzubetreiben – bei gleichbleibender Fördersumme. Ähnliche Anpassungen wären auch für die Linien X4 und X7 denkbar, falls die Verhandlungen erfolgreich verlaufen. Filderstadts Bürgermeister Christoph Traub hat zudem angeregt, die Expresslinien in reguläre Busverbindungen umzuwandeln, um eine stabile Finanzierung zu sichern.
Auch bei anderen Linien gibt es bereits Änderungen: Die Linie 77 wird künftig nicht mehr an der Haltestelle "Stetten Gewerbegebiet" halten, wodurch direkte Anbindungen an wichtige Wirtschaftsstandorte wie Fasanenhof und Sternhauel sowie den Verkehrsknotenpunkt Degerloch entfallen. In der Schwachverkehrszeit wird das Taktintervall von bisher 15 Minuten – ermöglicht durch die Überlappung mit der X7 – auf 30 Minuten ausgedünnt. In den Hauptverkehrszeiten bleiben vier Fahrten pro Stunde erhalten.
Als Reaktion auf die Kürzungen bereitet die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) vor, die früheren Taktdichten auf den Linien 74 und 77 wiederherzustellen und damit Änderungen rückgängig zu machen, die mit der Einführung der Expresslinien vorgenommen worden waren.
Das Schicksal der Linien X4 und X7 hängt nun von den laufenden Gesprächen zwischen Ministerium, Kreisvertretern und Initiatoren der Petition ab. Scheitern die Verhandlungen, verlieren Pendler eine wichtige Verkehrsverbindung, während alternative Routen mit Einschränkungen verbunden wären. Die Entscheidung wird zudem wegweisend für künftige Fördermodelle im ÖPNV der Region sein.






