TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser
TFA: Die ewige Chemikalie im deutschen Trinkwasser
Teaser: Jahre lang wurde TFA legal in öffentliche Gewässer eingeleitet. Nun rätseln Fachleute, wie sich der unerwünschte Stoff aus der Umwelt entfernen lässt.
Ein Chemiewerk in Bad Wimpfen hat jahrelang eine schädliche „Ewigkeitschemikalie“ legal in den Neckar eingeleitet. Der Regierungspräsidium Stuttgart erlaubte dem Solvay-Werk, bis September 2025 stündlich bis zu einem Kilogramm Trifluoressigsäure (TFA) einzubringen. Umweltverbände haben diese Einleitungen nun gestoppt – doch die Belastung der Wasservorräte bleibt ein ernstes Problem.
Das Solvay-Werk in Bad Wimpfen war eine der Hauptquellen für die TFA-Verseuchung des Neckars. Die Behörde hatte die stündlichen Einleitungen der Substanz genehmigt, die sich in der Natur nicht abbauen lässt. Zwar wurden die Einleitungen eingestellt, doch TFA bleibt in der Umwelt erhalten, dringt in Trinkwasser ein und gelangt in die Nahrungskette.
TFA wird vom deutschen Bundesamt für Chemikalien (BfC) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als reproduktionstoxisch eingestuft. Die Substanz ist hochgradig wasserlöslich und lässt sich mit aktuellen Filtermethoden nicht entfernen. In der Hochrhein-Region haben sich die Belastungswerte in den letzten Jahren verdoppelt. Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (AWBR) warnt, dass TFA nun die Trinkwasserversorgung von über 10 Millionen Menschen gefährdet. Etwa die Hälfte der TFA-Belastung stammt aus Industrie, Gewerbe und Haushalten, die andere Hälfte aus der Landwirtschaft. Trotz des Stopp der Solvay-Einleitungen könnte die Stabilität der Chemikalie langfristige Risiken für die Wasserversorgung bergen.
Das Ende der TFA-Einleitungen durch Solvay ist ein Schritt zur Reduzierung der Belastung – doch die Langlebigkeit des Stoffs birgt weiterhin Gefahren. Wasserbehörden überwachen die Werte weiterhin, da bestehende Filtersysteme ihn nicht herausfiltern können. Angesichts der bedrohten Trinkwasservorräte könnten weitere Maßnahmen nötig sein, um die breiteren Quellen der TFA-Verschmutzung zu bekämpfen.
