08 March 2026, 14:09

"Treff am Bahnhof" feiert ein Jahr Erfolg mit sozialem Miteinander und Eigenverantwortung

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Bahnhofs mit Menschen, die auf verschiedenen Gegenständen sitzen, einschließlich Gleisen, Geländern, Wänden und Fenstern, mit dem Text "verurteilt Leben in Millbank-Gefängnis" oben und unten.

"Treff am Bahnhof" feiert ein Jahr Erfolg mit sozialem Miteinander und Eigenverantwortung

Ein Jahr nach der Eröffnung bleibt der Treff am Bahnhof eine Anlaufstelle mit entspannter Atmosphäre. Ein Jahr nach seiner Eröffnung bietet der Treff am Bahnhof weiterhin Unterstützung in einem lockeren Rahmen. Die Einrichtung begrüßt täglich rund 50 Besucherinnen und Besucher – darunter mehr Frauen als noch zu Beginn. Die Finanzierung ist nun bis Ende 2027 gesichert, was den langfristigen Betrieb des Treff am Bahnhof garantiert.

Das Zentrum hat sechs Tage die Woche geöffnet und schafft einen sicheren Raum, in dem Alkohol erlaubt ist, Cannabis jedoch nicht. Übernachtungen sind nicht gestattet, und ungeplante Kontrollen stellen sicher, dass die Regeln eingehalten werden – bisher gab es keine Vorfälle. Ehrenamtliche können vorläufige Hausverbote aussprechen, während die Leiterin Eva im Bedarfsfall auch dauerhafte Ausschlüsse vom Treff am Bahnhof verhängen kann.

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Die Besucherinnen und Besucher gestalten den Ort aktiv mit: Sie helfen beim Putzen, verwalten Schlüssel und nehmen an Diskussionsrunden teil. Viele wünschen sich Fachvorträge zu Themen, die sie bewegen. Ein kostenloses monatliches Mittagessen, ermöglicht durch Spenden eines lokalen Gastronomen, trägt zusätzlich zur einladenden Stimmung des Treff am Bahnhof bei.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter schauen wöchentlich vorbei, und Passantinnen und Passanten bleiben oft stehen, um mit den Nutzenden des Treff am Bahnhof ins Gespräch zu kommen. Bürgermeister Yalcin Bayraktar hebt das Projekt als Beispiel dafür hervor, wie Strafverfolgung und Sozialpolitik Hand in Hand arbeiten können – besonders in Gebieten mit Alkoholeinschränkungen. Bisher gibt es in Deutschland keine weiteren dokumentierten Einrichtungen, die ein ähnliches Modell der städtischen Sozialarbeit umsetzen.

Der Ansatz setzt auf Eigenverantwortung und Gemeinschaft. Joachim Wörner, einer der Hauptorganisatoren, sorgt dafür, dass der Raum des Treff am Bahnhof sauber und zugänglich bleibt. Der Erfolg des Treff am Bahnhof liegt in der Balance aus Struktur und Offenheit – er bietet sowohl Unterstützung als auch Selbstbestimmung.

Mittlerweile hat sich der Treff am Bahnhof als feste Größe in der Stadt etabliert. Mit langfristiger Finanzierung und wachsender Beteiligung der Besucherinnen und Besucher verbindet er seltene Elemente: soziale Absicherung und persönliche Freiheit. Das Modell besticht durch seine Betonung der Zusammenarbeit – zwischen Gästen, Ehrenamtlichen und lokalen Behörden – und hebt sich damit von klassischen Sozialdienstleistungen ab.

Quelle