Ulla Schmidt fordert höhere Rente mit 68 und radikale Pflege-Reformen
Oswin BolanderUlla Schmidt fordert höhere Rente mit 68 und radikale Pflege-Reformen
Ulla Schmidt, Vorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin, hat eine Anhebung des Renteneintrittsalters gefordert. Zudem schlug sie umfassende Reformen der Steuer- und Pflegeversicherungssysteme vor, um die Familienpolitik wirksamer zu unterstützen.
Schmidt argumentiert, dass eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters sowie bessere Anreize für ein längeres Arbeitsleben notwendig seien. Gleichzeitig betonte sie, dass diejenigen, die ihre Berufstätigkeit nicht verlängern können, geschützt werden müssten – etwa durch den Erhalt starker Regelungen zur Erwerbsminderungsrente.
Kritik übte sie am aktuellen Pflegeversicherungssystem, das getrennte Strukturen für gesetzlich und privat Versicherte aufrechterhalte. Dennoch erhalten beide Gruppen nach den geltenden Bestimmungen dieselben Leistungen, wie Schmidt anmerkte.
Ihr Reformvorschlag sieht vor, die Beiträge zur Pflegeversicherung in einem gemeinsamen Fonds zusammenzufassen. Dieser soll gemeinsame Ausgaben wie Infrastruktur und faire Löhne abdecken. Schmidt geht davon aus, dass diese Änderung zügig umsetzbar wäre – sie erfordere lediglich eine parlamentarische Abstimmung, keine Grundgesetzänderung.
Die Reformen zielen darauf ab, die Beitragszahlungen zu konsolidieren und Steuer- sowie Pflegepolitik enger mit Familienleistungen zu verknüpfen. Schmidts Plan soll ein einheitlicheres und nachhaltigeres System der Pflegefinanzierung schaffen. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen Fachkräftemangel entgegenwirken, indem sie längere Erwerbsbiografien fördern.
