Voith Group streicht 2.500 Stellen – RTL baut 600 Jobs ab
Voith Group: Nächster deutscher Konzern kündigt Stellenabbau an
Teaser: Immer mehr Unternehmen verkünden Stellenstreichungen. Die Voith Group aus Heidenheim plant, mehr als zehn Prozent ihrer Belegschaft abzubauen. Trotz Nachfragen der JF hält das Unternehmen an seiner Konzernstrategie fest, die auf "Nachhaltigkeit" und "Vielfalt" setzt.
10. Dezember 2025, 16:01 Uhr
Die Voith Group hat Pläne bekannt gegeben, weltweit über 10 % ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzubauen – rund 2.500 Arbeitsplätze sind betroffen. Der Konzern mit Hauptsitz in Heidenheim beschäftigt 22.000 Menschen an mehr als 60 Standorten und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Dirk Hoke räumte ein, dass das aktuelle Geschäftsmodell – insbesondere in Deutschland – nicht mehr wettbewerbsfähig sei.
Parallel dazu hat auch der Medienkonzern RTL Deutschland seine Belegschaft um 10 % reduziert und 600 Stellen gestrichen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Werbeeinnahmen und wachsender Konkurrenz im Streaming-Markt.
Bei Voith werden die Entlassungen vor allem die deutschen Standorte in den nächsten zwei Jahren treffen. Der Hauptsitz in Heidenheim ist überproportional betroffen. Als Gründe nannte das Unternehmen strukturelle Herausforderungen wie hohe Energie- und Arbeitskosten, komplexe Vorschriften sowie übermäßige Bürokratie.
Trotz des Stellenabbaus bleibt Voith seiner Nachhaltigkeitsstrategie treu. Das Unternehmen hat sein Geschäftsmodell an den Prinzipien des UN Global Compact ausgerichtet und kürzlich ein globales Schulungsprogramm für Compliance-Verantwortliche gestartet – ein "Meilenstein" in den eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen, wie es heißt. Zudem wurde Voith von der Financial Times drei Jahre in Folge als "Diversity Leader" in Europa ausgezeichnet.
Bei RTL folgen die 600 Stellenstreichungen auf rückläufige Werbeerlöse und die Notwendigkeit, sich an die veränderte Medienlandschaft anzupassen. Der Konzern hat stark in den Ausbau seiner Streaming-Plattform RTL investiert, die mittlerweile 6,6 Millionen Abonnenten zählt. Die Maßnahmen sollen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern – ohne die Nachhaltigkeitsziele aus den Augen zu verlieren.
Voith-Chef Dirk Hoke gab zu, dass die aktuelle Unternehmensstruktur den künftigen Herausforderungen nicht gewachsen sei. Dennoch bleibe Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Unternehmensführung – trotz des Personalabbaus.
Die meisten Entlassungen bei Voith werden deutsche Standorte betreffen, wobei Heidenheim am stärksten betroffen ist. Das Unternehmen betont, dass seine Nachhaltigkeits- und Vielfaltsinitiativen unverändert fortgeführt werden. RTL hingegen hat seine Belegschaft verschlankt und setzt gleichzeitig auf digitales Wachstum, um im sich wandelnden Medienmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Beide Konzerne versichern, dass ihre langfristigen Strategien trotz der Einschnitte auf Kurs bleiben.
