Wehrerfassung kehrt zurück: Warum junge Männer jetzt reagieren müssen
Deutschland hat eine Form der Wehrerfassung für Männer wieder eingeführt, die 2008 oder später geboren wurden. Sie müssen einen Fragebogen ausfüllen, um ihre Tauglichkeit für die Wehrpflicht zu prüfen. Der Schritt hat eine Debatte ausgelöst, wobei sich einige politische Gruppen aktiv dagegen aussprechen.
Seit Jahresbeginn sind alle Männer des Jahrgangs 2008 verpflichtet, das Erfassungsformular auszufüllen. Bis Anfang Mai hatten jedoch etwa 25 Prozent dies noch nicht getan und riskieren damit Bußgelder. Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit ihr Mindestziel für 2026 erreicht, strebt aber an, bis 2035 auf mindestens 255.000 zu wachsen.
Zunächst werden nur Freiwillige zu grundlegenden Eignungstests einberufen. Grund hierfür ist die begrenzte Bearbeitungskapazität der Bundeswehr. Kritik an dem Verfahren kommt unter anderem von Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag. Bei einem kürzlichen Antikriegsfestival fragte sie das junge Publikum, wer freiwillig gekommen sei, und rief zum Widerstand gegen die Wehrerfassung auf.
Der ehemalige Soldat Daniel Lücking, der in Afghanistan an psychologischen Operationen beteiligt war, argumentiert, dass die Wehrpflicht überholt sei. Ein einziger Sabotageakt könne bereits erhebliche Schäden anrichten, so seine Behauptung. Die Teilnehmer der Veranstaltung bestanden größtenteils aus jungen Menschen – genau die Zielgruppe, die die Linke mit ihrer Ablehnung der Wehrpflicht erreichen will.
Die Registrierung ist für betroffene Männer nun verpflichtend, bei Nichteinhaltung drohen Strafen. Die Expansionspläne der Bundeswehr basieren auf einer schrittweisen Erhöhung des Personals in den kommenden Jahren. Oppositionsgruppen setzen ihre Kritik an der Politik fort und richten ihre Kampagnen gezielt an junge Menschen.
