Weihnachtsgeld 2024: Warum vom Bruttobonus oft nur die Hälfte übrig bleibt
Gretel BirnbaumWeihnachtsgeld 2024: Warum vom Bruttobonus oft nur die Hälfte übrig bleibt
Weihnachtsgeld in Deutschland unterliegt besonderen Steuerregeln. Arbeitnehmer stellen oft einen deutlichen Unterschied zwischen dem Brutto- und dem Nettobetrag fest, den sie ausgezahlt bekommen. Die Besteuerung dieser Zahlungen hängt von mehreren Faktoren ab, darunter das Gehaltsniveau und bestehende Sozialabgaben.
Ein Weihnachtsgeld zählt als sonstiger Bezug und wird separat vom regulären Arbeitslohn versteuert. Die Berechnung erfolgt nach einer Differenzmethode auf Basis der Jahreslohnsteuertabelle. Dadurch können die Abzüge im Vergleich zu den monatlichen Gehaltsabrechnungen höher ausfallen.
Für Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherung liegt, entfallen zusätzliche Abgaben. Andere müssen diese weiterhin zahlen, doch die Sechstelregelung kann die Belastung mindern, wenn das Weihnachtsgeld mehr als 25 % eines monatlichen Bruttogehalts beträgt. Im Durchschnitt erhielten Beschäftigte mit Tarifvertrag 2024 rund 2.987 Euro brutto, was netto etwa 1.500 bis 1.900 Euro ergab.
In der Regel verbleiben nach Steuern nur 50 bis 65 Prozent des Bruttobonus. Eine jährliche Steuererklärung kann unter Umständen einen Teil der einbehaltenen Beträge zurückholen, falls das tatsächliche Einkommen niedriger ausfiel als geschätzt.
Am Ende bleibt vom Weihnachtsgeld oft weniger netto übrig als erwartet – bedingt durch Steuern und Abgaben. Gutverdiener profitieren von Freigrenzen, während andere ihre Steuerlast durch die Sechstelregelung oder die Steuererklärung verringern können. Das System stellt sicher, dass Boni voll steuerpflichtig sind, bietet aber auch Entlastungsmöglichkeiten.
