Wie Baden-Württemberg aus Grünflächen artenreiche Lebensräume macht
Gretel BirnbaumWie Baden-Württemberg aus Grünflächen artenreiche Lebensräume macht
Ein Projekt verwandelt Grünflächen in naturnahe Lebensräume – und zeigt bereits große Wirkung in Baden-Württemberg
Seit 2016 haben über 120 Gemeinden mit Unterstützung der Initiative "Natur zum Anfassen" fast 300.000 Quadratmeter Fläche umgestaltet. Das Programm bietet Fördergelder, Schulungen und Fachberatung, um Städten und Gemeinden zu helfen, Flächen zu schaffen, die der Tierwelt nutzen und Extremwetter besser standhalten.
Im Rahmen von "Natur zum Anfassen" erhalten Kommunen Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro für die Entwicklung klimaresistenter, artenreicher Grünflächen. Diese Areale sind so konzipiert, dass sie Hitzeperioden und Dürre trotzenden, während sie langfristig weniger Pflege benötigen. Das senkt die Unterhaltskosten und entlastet die kommunalen Dienstleister.
Ein Erfolgsbeispiel kommt aus Böblingen: Im Herbst 2023 erhielt die Stadt 13.350 Euro, um 2.500 Quadratmeter in naturnahe Grünfläche umzuwandeln. Auch Offenburg hat ähnliche Projekte umgesetzt – erste Ergebnisse zeigen bereits positive Veränderungen. Bisher wurden mehr als zehn Prozent aller Gemeinden in Baden-Württemberg durch die Initiative gefördert.
Hinter dem Vorhaben stehen das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und der NABU Baden-Württemberg, unterstützt vom Städtetag Baden-Württemberg und dem Gemeindetag Baden-Württemberg. Interessenierte Kommunen können sich in Online-Beratungsterminen am 22. Oktober und 13. November 2025 über das Bewerbungsverfahren informieren. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2025.
Bisher hat das Projekt in 121 Gemeinden große Flächen umgestaltet und so die Artenvielfalt sowie die Klimaresilienz gestärkt. Mit weiteren Fördermitteln und Fachberatung haben nun noch mehr Städte und Gemeinden die Chance, nachhaltige Grünflächen zu schaffen – bevor die Antragsfrist Ende 2025 abläuft.