Wie ein umstrittenes Buch über Aliens 1968 die Welt veränderte
Im Februar 1968 erschien in Deutschland ein umstrittenes Buch mit einer ungewöhnlichen These: Außerirdische hätten einst die Erde besucht. Unter dem Titel 'Erinnerungen an die Zukunft' stammte es aus der Feder des Schweizer Autors Erich von Däniken. Das Werk löste schnell Debatten aus, indem es historische Fakten mit spekulativen Theorien über uralte außerirdische Einflüsse verband.
Die Entstehungsgeschichte des Buches begann mit einer bescheidenen Erstauflage von 6.000 Exemplaren beim Econ Verlag. Das Manuskript war zuvor gründlich überarbeitet worden – und zwar von Wilhelm Utermann, einem ehemaligen NS-Journalisten, der unter dem Pseudonym Wilhelm Roggersdorf schrieb. Trotz dieser ungewöhnlichen Vorgeschichte entwickelte sich das Buch innerhalb eines Jahres zum Bestseller.
Von Dänikens Thesen waren kühn: Er behauptete, die Pyramiden von Gizeh seien nicht von Menschen, sondern von einer hoch entwickelten außerirdischen Zivilisation erbaut worden. Zudem deutete er die Bundeslade als ein außerirdisches Kommunikationsgerät. Kritiker, darunter der Hessische Rundfunk, taten das Werk als ein 'Märchen für Erwachsene' ab. Die Veröffentlichung fiel in eine turbulente Zeit: Im Mai 1968 skandierten linke Demonstranten in Paris Parolen wie 'Phantasie an die Macht', ein Zeichen für einen breiten kulturellen Umbruch. Von Dänikens Ideen, obwohl am Rande des Mainstreams, trafen genau diesen Geist der Infragestellung etablierter Erzählungen.
Jahrzehnte später blieb das Erbe des Buches bestehen. Für die nach von Dänikens Tod 2025 im Alter von 90 Jahren in Unterseen, Schweiz, erschienenen Ausgaben wurde kein Verlag mehr genannt. Doch sein Debüt 1968 hatte den Platz des Werks in der Popkultur längst gesichert.
'Erinnerungen an die Zukunft' hinterließ einen bleibenden Eindruck in der spekulativen Geschichtsschreibung. Der rasante Erfolg des Buches zeigte, wie groß das öffentliche Interesse an alternativen Erklärungen der Vergangenheit war. Und die Behauptungen über außerirdische Eingriffe in die menschliche Entwicklung wurden noch lange nach dem ersten Erscheinen diskutiert.
