Winterraps: Warum der späte Einsatz von Kerb Flo und Milestone entscheidend ist
Oswin BolanderWinterraps: Warum der späte Einsatz von Kerb Flo und Milestone entscheidend ist
Landwirte, die Winterraps anbauen, erhalten Empfehlungen zum optimalen Einsatzzeitpunkt zweier wichtiger Herbizide. Kerb Flo und Milestone, die beide den Wirkstoff Propyzamid enthalten, entfalten ihre beste Wirkung, wenn sie später in der Saison ausgebracht werden. Experten warnen davor, sie zu früh oder vor Frost einzusetzen, da dies ihre Effektivität verringern kann.
Bernd Weger, Bernhard Weiß und Michael Wahl aus Kupferzell raten, diese bodenvirkenden Herbizide zwischen September und Anfang November anzuwenden. Der ideale Behandlungszeitraum liegt zwischen dem Keimblattstadium (BBCH 12) und dem frühen Stängeldehnungsbeginn (BBCH 39). Beide Mittel bekämpfen breitblättrige Unkräuter und Windhalm, wobei Milestone zusätzlich Aminopyralid enthält und so ein breiteres Wirkungsspektrum gegen Unkräuter bietet.
Für optimale Ergebnisse sollten die Herbizide in 200–400 Litern Wasser pro Hektar aufgelöst werden. Kerb Flo wird mit 3–5 Litern pro Hektar dosiert, Milestone mit 1–1,5 Litern. Sie können sowohl allein als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Clomazon oder Metazachlor eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass die Bodenfeuchtigkeit mindestens 20 Volumenprozent beträgt, um eine ausreichende Aufnahme des Wirkstoffs zu gewährleisten. Von einer Anwendung bei anhaltendem Frost ist abzuraten, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen kann. Die Herbizide bleiben zwar bis Februar einsetzbar, erzielen jedoch die besten Ergebnisse, wenn sie nicht vor Mitte November ausgebracht werden. Besonders wertvoll sind sie bei der Bekämpfung von Ausfallgetreide und der Vorbeugung von Ackerfuchsschwanz-Resistenzen.
Bei korrekter Anwendung bieten Kerb Flo und Milestone eine gezielte Unkrautbekämpfung. Der richtige Zeitpunkt und die passenden Bodenbedingungen sind entscheidend für ihren Erfolg. Durch die Einhaltung dieser Richtlinien tragen Landwirte dazu bei, die Wirksamkeit im Resistenzmanagement zu erhalten und den Pflanzenschutz nachhaltig zu sichern.
