Wolfsabschuss im Nordschwarzwald: Proteste, Klagen und eine umstrittene Entscheidung
Gretel BirnbaumKretschmann verärgert: Der Wolf weiß nichts von der Wahlkampagne - Wolfsabschuss im Nordschwarzwald: Proteste, Klagen und eine umstrittene Entscheidung
Umstrittene Entscheidung: Wolfsabschuss im Nordschwarzwald löst Proteste und Klagen aus
Die umstrittene Anordnung, einen Wolf im baden-württembergischen Nordschwarzwald zu töten, hat Proteste und rechtliche Schritte ausgelöst. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verteidigte den Schritt als notwendige, aber seltene Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung – und nicht als politische Taktik. Unterdessen liegt eine Klage gegen den Abschussbefehl nun beim Verwaltungsgericht Stuttgart, dessen Urteil in den kommenden Tagen erwartet wird.
Der betroffene Wolf, der sich in der Nähe des Hornisgrinde aufhält, wurde nach wiederholten Angriffen auf Nutztiere zum Abschuss freigegeben. Offizielle Aufzeichnungen zeigen, dass Baden-Württemberg in den vergangenen fünf Jahren zwölf Wölfe als "Problemtiere" getötet hat – deutlich weniger als einige ostdeutsche Bundesländer, in denen strengere Kriterien gelten. Kritiker werfen der Landesregierung vor, der Zeitpunkt der Entscheidung sei verdächtig, da sie in die Paarungszeit der Wölfe falle, in der sich die Tiere häufiger in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhalten.
Vor Ort formiert sich Widerstand: Bürger der Stadt Bühl hielten eine Kerzenmahnwache gegen den geplanten Abschuss ab. Kretschmann wies jedoch Vorwürfe zurück, die Genehmigung sei aus wahltaktischen Gründen vor den anstehenden Wahlen erteilt worden. Er betonte, das Verhalten des Wolfs stelle eine direkte Gefahr für Menschen dar – und kein generelles Problem des Artenschutzes.
Bis zur Gerichtsentscheidung bleibt das Tier vorerst geschützt. Sollte das Urteil den Abschuss bestätigen, wird die Behörde die Maßnahme umsetzen.
Die richterliche Entscheidung wird nun darüber entscheiden, ob der Wolf getötet oder verschont wird. Baden-Württembergs Umgang mit Wölfen unterscheidet sich von dem anderer Regionen, in denen oft strengere Regelungen gelten. Unabhängig vom Ausgang hat der Fall die tiefen Gräben zwischen Wildtier- und Naturschutz auf der einen und öffentlicher Sicherheit auf der anderen Seite offenbart.
