15 May 2026, 08:15

ZDK lehnt EU-Pläne zur Kennzeichnungspflicht für Gebrauchtwagen ab

Etikett mit dem Namen eines Automodells

ZDK lehnt EU-Pläne zur Kennzeichnungspflicht für Gebrauchtwagen ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen den jüngsten Vorschlag der Europäischen Kommission zur Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Der Branchenverband argumentiert, dass eine verpflichtende Kennzeichnung für gebrauchte Elektroautos unnötige Komplikationen schaffen würde. Stattdessen fordert er die Politik auf, sich ausschließlich auf Neufahrzeuge zu konzentrieren und die bestehenden Vorschriften zu vereinfachen.

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Die Europäische Kommission will die aktuelle Richtlinie 1999/94/EG durch strengere Kennzeichnungsregeln ersetzen. Der neue Plan sieht vor, dass auch Gebrauchtwagen verpflichtend mit Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen versehen werden müssen. Doch der ZDK warnt, dass dieser Ansatz praktische Herausforderungen ignoriert.

Viele Gebrauchtfahrzeuge wurden nachträglich verändert, was die Überprüfung genauer Verbrauchsangaben erschwert. Ältere Modelle wurden zudem nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Fahrzeuge dem WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen die Werkzeuge, um zwischen diesen unterschiedlichen Systemen umzurechnen – eine kaum umsetzbare Situation.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn wies auf rechtliche und logistische Probleme des Vorschlags hin. Er forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, sich in Brüssel für realistischere Regelungen einzusetzen. Der Verband verlangt zudem klarere Vorgaben, wer für die Kennzeichnung verantwortlich ist – Hersteller, Online-Plattformen oder Händler – sowie eine stärkere EU-weite Marktaufsicht.

Als Reaktion veröffentlichte der ZDK ein Acht-Punkte-Positionspapier. Darin fordert er die Politik auf, auf verpflichtende Angaben für gebrauchte Elektroautos zu verzichten und sich stattdessen auf Neufahrzeuge zu beschränken.

Die Haltung des ZDK spiegelt Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit des Kommissionsplans wider. Ohne verlässliche Daten oder klare Zuständigkeiten könnten die vorgeschlagenen Regeln bei Händlern und Käufern für Verwirrung sorgen. Der Branchenverband wartet nun auf eine Stellungnahme deutscher und EU-weiter Verantwortlicher zu seinen Empfehlungen.

Quelle