Heimsheim blockiert Bürgerentscheid zu Windrädern im Gemeindewald
Gretel BirnbaumHeimsheim blockiert Bürgerentscheid zu Windrädern im Gemeindewald
Bürgerbegehren in Heimsheim zu Windkraftprojekten im Gemeindewald abgelehnt
Ein Bürgerbegehren in Heimsheim, das den Einwohnern ein direktes Mitspracherecht bei Windenergieprojekten im kommunalen Wald einräumen sollte, ist gescheitert. Der Stadtrat debattierte den Antrag, verfehlte jedoch die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit – die Entscheidung bleibt damit vorerst in der Hand der lokalen Verwaltung.
Die Frage spaltet die Ratsmitglieder: Einige plädieren dafür, zunächst mehr Informationen zu sammeln, bevor die Bevölkerung eingebunden wird, andere fordern von Anfang an mehr Transparenz.
Die Abstimmung folgte einer hitzigen Diskussion darüber, ob Heimsheim ein Bürgerreferendum über Windräder in seinen Wäldern abhalten sollte. Ratsmitglieder wie Robin Hasenmaier (FWV) und Dennis Waldherr (CDU) lehnten den Vorschlag als verfrüht ab. Waldherr argumentierte, eine Entscheidung jetzt wäre "absolut falsch", da noch zu wenige Details zu möglichen Projekten vorlägen. Hasenmaier pflichtete bei und betonte, die Bürger sollten erst konkrete Pläne sehen, bevor sie abstimmen.
Andere, darunter Gaby Wulff (BfH) und Petra Beermann (BfH), vertraten eine gegenteilige Position. Wulff unterstrich die Notwendigkeit, die Akzeptanz der Bevölkerung für Windkraft im Wald zu prüfen, während Beermann Vertrauen in die Fähigkeit der Bürger setzte, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Jürgen Gerhold (BfH) ergänzte, er lehne Windenergie nicht grundsätzlich ab, wolle aber, dass Heimsheim die Kontrolle über ausgewiesene Vorranggebiete behalte.
Trotz des gescheiterten Begehrens beschloss der Rat, einen Fachanwalt zu beauftragen, der die Gemeinde in Verhandlungen zur Windkraft vertritt. Vorerst wird Heimsheim das gemeinsame Interessensbekundungsverfahren mit Weissach fortsetzen. Währenddessen prüfen Nachbarcommunes wie Seevetal alternative Standorte für Windenergie; eine Rückmeldung wird bis zum 26. März erwartet.
Die Ablehnung bedeutet, dass die Windkraftpläne Heimsheims vorerst ohne direkte Bürgerbeteiligung unter der Regie des Rates bleiben. Die Stadt wird sich rechtlich beraten lassen und auf weitere Details zu möglichen Projekten warten.
Auch in der Umgebung werden die eigenen Ansätze überdacht, doch offizielle Positionen zur regionalen Windkraft stehen noch aus.






