Nubbelverbrennen in Köln: Wie die Fastenzeit 2025 mit Feuer beginnt
Oswin BolanderNubbelverbrennung markiert Ende des Straßenkarnevals in Köln - Nubbelverbrennen in Köln: Wie die Fastenzeit 2025 mit Feuer beginnt
Kölner Straßen füllten sich am Dienstagabend mit Menschenmengen, als Anwohner zusammenkamen, um das Nubbelverbrennen zu beobachten. Der Brauch, eine jahrhundertealte Karnevalstradition, markiert das Ende der Feierlichkeiten und den Beginn der Fastenzeit 2025. Überall in der Stadt loderten Strohpuppen – ein typisch rheinischer Abschied von den "tollen Tagen".
Die Tradition des Nubbelbrennens reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. 1824 zündeten Anwohner im Stadtteil Poll erstmals eine Strohpuppe an, um den Winter und die Sünden zu vertreiben. Bis ins 20. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch in über 20 Kölner Vierteln.
Heute wird der Nubbel – eine Strohfigur, die die Karnevalssünden symbolisiert – jeden Abend von Rosenmontag bis Aschermittwoch verbrannt. Gemeinden schreiben spöttische Botschaften auf die Puppen und nehmen aktuelle Ereignisse auf die Schippe. Der Brauch verbindet Humor, Besinnung und lokalen Stolz und hält so alte Traditionen inmitten moderner Feiern lebendig.
Auch im benachbarten Düsseldorf gibt es einen ähnlichen Brauch: Dort brennt am Aschermittwoch die Hoppeditz-Puppe – mit dem Versprechen, am 11. November für die nächste Karnevalssaison zurückzukehren.
Mit der Asche des Nubbels endet der Kölner Karneval offiziell. Das Feuer bahnt den Weg für die Fastenzeit, eine Phase der Enthaltsamkeit und Einkehr. Für die Kölner bleibt der Brauch eine geliebte Verbindung zu Geschichte und Gemeinschaftsgeist.
